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Trauersprüche

 

Wir nehmen heute Abschied von einem treuen Freund,

den wir uns stets an die Seite erträumt,
doch nach langer Krankheit hat Gott ihn zu sich genommen,
in den warmen Schoss der Engel ist er gekommen.

Will allen Verbliebenen auf diesem Wege sagen,
seid nicht traurig über meinen Abschied an diesen schweren Tagen.
Seid froh, dass ihr mich geliebt und gekannt
und feiert den Tag in Gedenken, nehmt ihn als Pfand!

Alles was geboren wird muss irgendwann einmal gehen.
Wie schön, wenn seine Lieben ihm dabei zur Seite stehen.
Trocknet die Tränen und lobpreiset den Herrn,
nimmt auf ihn in Ehren und gehabt ihn gern!

 

Ein Leben ist zu Ende gegangen.

Es war lang, erfüllt und voller Liebe und Freud.
Deshalb ist es nun an der Zeit Abschied zu nehmen,
jeder wird sich bestimmt bald stark nach dir sehnen!

Doch irgendwann in Gottes Reich, das ist gewiss,
werden wir uns wiedersehen!
Deshalb versuche ich tapfer zu bleiben und froh,
denn auch ich kannte dich Zeitlebens nur so.

Diese Feier möchte ich nutzen um kundzutun,
das du wirst nun für ewig ruhen.
Mach es gut du warst wertvoll, mein bester Freund,
dein Verlust wird schmerzen, für alle Zeit.

Gedenken möchten wir heute deines Lebens,
das möchten wir feiern.
Und nicht verzagen an deinem Tod,
denn der ist nur schwer zu ertragen!

 

Mein lieber Freund,

leider musstest du uns kürzlich verlassen
und eine Reise antreten ohne Wiederkehr.
Das einzige was uns in dieser furchtbaren Stunde tröstet ist,
dass du im Himmel gut aufgehoben sein wirst.

Dort droben bei den Engeln kannst du endlich sein,
ohne Leid und die Schmerzen, die dich am Ende des Lebens begleitet haben.
Wir alle sind guter Hoffnung auf ein Wiedersehen,
denn wir alle müssen früher oder später einmal gehen.

Deshalb denken wir an dich und deine guten Zeiten,
dein wunderschönes Lachen wir werden es vermissen.
Auch deine Schulter zum Anhlehnen und dein ganzes Wesen,
dieses herzliche Gefühl, wenn du uns hast umgeben.

Was bleibt ist eine warme Erinnerung!

 

Letzte Stunde

Und als du starbst, da träumte dir,
Du schrittest durch ein selig Land,
Du gingst an deines Liebsten Hand
Durch Gottes lichte Gnadentür.
Still fiel das goldne Gitter zu –
Ach, wer auch sterben könnt’ wie du!

Martin Boelitz 1874 – 1918

Vom Grab meiner Mutter

Vom Grab meiner Mutter komm’ ich gegangen.
Fragt mich nichts. Ich kann nichts wissen und sagen.
Aus ewigen Schweigens nächtigen Landen
Komm’ ich gegangen, vom Grab meiner Mutter.
Mein Sinnen und Sehnen ist dort,
Mein verzweifeltes Wähnen, fort und fort,
Jenseits von allem.

Mit blutigem Herzen, zerrissen,
Mit schweren Füßen,
Vom Grab meiner Mutter komm’ ich gegangen.
Des Herzens heiligste, letzte Zuflucht
Liegt unter der Erden.
Vielleicht wann des Winters Stürme vorüber,
Pflanz’ ich Rosen darauf, rote und weiße,
Und der Lenz lässt sie glühen und duften,
Und des Sommers Sonne umlächelt sie,
Und von den Feldern grüßt die Saat herüber
Und manche wilde Blume.

Meine Mutter liebte das Feld
Und die Saat und die wilden Blumen . . .
Dann kommt der Herbst,
Nimmt alles hinweg,
Und dann der Winter . . .
O wie mich friert . . .

Vom Grab meiner Mutter komm’ ich gegangen,
Zum Grab meiner Mutter geh’ ich zurück,
Des Herzens heiligste, letzte Zuflucht
Liegt unter der Erden.
Fragt mich nichts. Was soll ich wissen und sagen?
Unerbittliches Schweigen umfängt
Die nächtigen Lande der Toten.

Michael Georg Conrad 1846 – 1927

Totenfrühling

Gesponnen mit feuchten,
Segnenden Fingern
Hat nächtlich die Flurfee
Schimmernder Schleier
Lichtgrünes Gespinst.
Nun zittern die Zweige
Von zartem Gewebe,
Und über die schwarzen,
Saftschweren äste
Fließt hauchzarter Flor . . .
Der Mord und Gemetzel
Lässt triefen auf Erden,
Der Krankheit und Kummer
Den Menschen verhängt –
Der Kronen zersplittert
Und Keime verschleudert,
Der ewige Weber
Webt bräutliche Zier.
Tod ist gekommen,
Teures genommen,
Liebende Herzen
Geschieden in Qual:
Nimmer sich freuen
Am sprießenden Neuen
Können die Toten,
Nimmer sich wärmen am sonnigen Strahl.
Allesdurchdringer,
Sprengst du den Zwinger,
Tauchst die verloschenen Augen in Licht?
Wandelst Begrabene,
Schwebend Erhabene –
Wir nur weinen und finden sie nicht? . . .

Karl Henckell 1864 – 1929


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